Blogreihe Starke Frauen

Claudia Berther

Coaching für Fachpersonen in Betreuung und Pflege

Im Gesundheitsbereich erleben wir einen Fachkräftemangel. Viele Angestellte im Pflege- und Betreuungsbereich schuften tagtäglich und die Burnout-Rate steigt laufend. Umso wichtiger ist es in diesen Berufen, die eigenen Ressourcen effizient einsetzen zu können, Erfolge im Umgang mit den Patientinnen und Patienten zu verspüren und so langfristig Freude an der Arbeit zu haben.

Claudia Berther ist Coach für die Marte Meo-Methode, die genau da ansetzt. Sie bietet wertvolle Aus- und Weiterbildungen für Fachkräfte in sozialen Bereichen an und zeigt ihnen, wie sie die Entwicklung unterstützen und die tägliche Arbeit mit Menschen und so ihre eigene Gesundheit verbessern können.

Und so funktioniert’s: Als Grundlage dienen kurze Filmsequenzen von Alltagsituationen aus dem Berufsfeld der Kursteilnehmenden. Dabei liegt der Schwerpunkt im unterstützenden Kommunikations- und Interaktionsverhalten. Die Trainings bieten ihnen einen optimalen Praxisbezug und unterstützen die Fachkräfte bei ihrer Arbeit mit Menschen.

Claudia Berther
Claudia Berther

Vom Traum, Krankenschwester zu werden

Schon seit dem Kindergarten träumte Claudia Berther davon, Krankenschwester (heute: Pflegefachfrau) zu werden. Deshalb machte sie später dann auch eine Ausbildung im Spital und setzte ihren Traum in die Wirklichkeit um. Ihre Arbeit verrichtete sie stets mit grosser Freude und Hingabe und absolvierte etliche Zusatzausbildungen z.B. Röntgen und Labor.

Von Züri zurück ins Fricktal

Claudia lebte zu dieser Zeit noch in Männedorf, im Kanton Zürich und lernte ihren jetzigen Mann Alessandro kennen und lieben. Er war Arzt und überlegte sich, eine eigene Praxis zu eröffnen.

Eines Tages sagte Claudia’s Vater, der im Fricktal wohnte: „In Wallbach, da gibt es noch keinen Hausarzt.“ Und weil es Claudia und Alessandro in der ehemaligen Heimat von Claudia so gut gefiel, zogen sie in das kleine Dorf und Claudia’s Mann eröffnete dort seine Hausarztpraxis.

Mitarbeit in der Hausarztpraxis

Als die Pläne konkret wurden, absolvierte Claudia berufsbegleitend eine Zusatzausbildung für die Praxis mit Röntgen und Labordiplom. Sie unterstütze ihren Mann beim Aufbau der Praxis und half beim Tagesgeschäft mit. Nebenbei arbeitete sie noch Teilzeit im Spital. Damals schrieben wir das Jahr 1995.

Claudia wurde Mutter von drei Jungs

Anschliessend an diese Zeit bekam Claudia drei Kinder, alles Buben. Sie hörte auf, im Spital zu arbeiten. Durch die Schichtarbeit, die fehlende Betreuung durch eine KITA, die Eltern, die noch arbeitstätig waren und die Kinder nicht regelmässig betreuen konnten, war es praktisch unmöglich für Claudia, weiter bei ihrem Arbeitgeber beschäftigt zu sein. Sie hat jedoch weiterhin als MPA in der Praxis ihres Mannes gearbeitet und behandlungspflegerische Tätigkeiten wie beispielsweise das Legen von Infusionen übernommen, während Freundinnen aus dem Dorf die Betreuung ihrer Kinder stundenweise übernommen haben.

Claudia Berther

Ein Trotzanfall mit Folgen

Als ein Sohn von Claudia drei Jahre alt war, hatte er einen enormen Trotzanfall. Aufgrund dieses Vorfalls wollte Claudia mehr wissen über die Entwicklung der Kinder und Erziehungsthemen wie den Umgang mit den vielfältigen Gefühlen ihrer Kinder.

Deshalb besuchte sie – zum Zweck ihrer eigenen Weiterbildung – diverse Elternbildungskurse. Der erste Kurs war z.B. das Gordon-Training, also ein Kommunikationstraining, bei dem man als Eltern lernt, erfolgreich zu kommunizieren, eine gute Beziehung zu fördern und Sicherheit im Umgang mit Konflikten zu gewinnen. Claudia erkannte, wie sie mit dem eigenen Verhalten viel Energie und Nerven sparen konnte.

Aus- und Weiterbildungen am Abend und am Wochenende

Claudia sagt mir im Interview mit einem Lächeln auf den Lippen: „Da hat es mir den Ärmel reingenommen“. Sie besuchte viele Aus- und Weiterbildungen, die am Abend und am Wochenende stattfanden, damit ihr Ehemann zu dieser Zeit auf die Kinder aufpassen konnte. Da er viele Notfalldienste hatte zu dieser Zeit und das Telefon jederzeit klingeln konnte, musste Claudia eine Doppel-Betreuung im Hintergrund sicherstellen für die Zeiten ihrer Abwesenheiten. Die Mutter und die Schwester sprangen ein, wenn Alessandro los musste.

Der erste Kontakt mit Marte Meo

„Ich besuchte die Kurse in erster Linie deshalb, weil mich die Themen wie Kommunikation, Entwicklung der Kinder, Familiendynamik etc. sehr interessierten und ich als Familienfrau und Mutter enorm vom gelernten profitieren konnte. Aber ich war auch ehrgeizig und wollte einen Abschluss. Und da gehörte es dazu, dass ich auch selber einen Kurs in Elternbildung geben konnte.“

Dabei hatte Claudia grossen Spass, wollte aber als Ergänzung dazu auch Einzelberatungen anbieten können. Hierfür besuchte sie eine Elterncoachingausbildung in Zürich. Dabei kam sie das erste Mal in Kontakt mit der Marte Meo-Methode. Die Begründerin von Marte Meo, Maria Aarts aus den Niederlanden, gab selber eine Einführung in die videounterstützte Methode.

„Die positive Grundhaltung der Marte Meo-Methode überzeugte mich“

Es war von Anfang an die positive Grundhaltung, die Claudia Berther überzeugte. Sie sei nicht korrigierend, sondern informierend und man achte dabei auf Bedürfnisse und die Ressourcen aller Beteiligten. Ich fragte Claudia während unseres Interviews, ob sie mir ein konkretes Beispiel dafür geben konnte. Da ich ja selber einen kleinen Sohn habe, fädelte sie gleich ein passendes Beispiel ein:

„Kinder brauchen eine klare Anleitung, um zu verstehen, was sie überhaupt machen sollen. Wenn das Kind nun ein Glas Wasser auf den Tisch stellt und ich sage: „Nein, du darfst das Glas nicht dorthin stellen!“, versteht das Kind nicht, was ich eigentlich von ihm will. Es weiss nur, was ich nicht will, nämlich, dass es das Glas nicht dorthin stellt. Ich muss ihm zeigen, was ich eigentlich von ihm will, in dem ich z.B. sage: „Stell das Glas Wasser in die Mitte vom Tisch, damit es nicht runterfällt.“

Wenn es mich nicht beachtet, wenn ich mit ihm rede, muss ich in seine Nähe gehen, es eventuell kurz berühren, damit es merkt, dass ich etwas von ihm will.

Bei der Analyse von kurzen Videoaufnahmen aus Alltagssituationen wird also darauf geachtet, was das Kind an unterstützendem Verhalten braucht und welche Leitungselemente von Seiten der Eltern nötig sind, damit das Kind beispielsweise gut kooperieren kann. Wenn Erwachsene die nötigen Informationen haben können sie ihre eigenen kommunikativen Ressourcen sofort nutzen.

Nach dem Elterncoaching hat Claudia also direkt mit der Marte Meo-Ausbildung begonnen und alle möglichen Ausbildungsstufen durchlaufen. Durch eine Kollegin bekam sie anschliessend einen ersten grossen Auftrag zur Schulung von Mitarbeitenden in einer Institution für Betreuung und Pflege. Fortan war sie also in der Elternbildung, Beratung und Schulung der Marte Meo-Methode von Mitarbeitenden in sozialen Einrichtungen tätig.

Flexibilität durch die Selbständigkeit

Die Selbständigkeit war zwar nicht geplant, machte Claudia aber grossen Spass und sie blieb genug flexibel für die Betreuung ihrer drei Kinder. Als die Kinder klein waren, bereitete sie die -Kurse tagsüber und am Wochenende zu Hause vor, die Elternbildung fanden meist am Abend statt, wenn ihr Ehemann auf die Kinder aufpassen konnte.

Die Administrationsarbeiten, die das neue Unternehmens mit sich brachte, waren für Claudia zunächst eine grosse Herausforderung, da sie dies Dinge wie Buchhaltung, Marketing etc. nie gelernt hatte. Ihr Ehemann Alessandro unterstütze sie beim Aufbau tatkräftig und eine gute Freundin unterstützte sie, in dem sie alle Kursmanuskripte und sonstige Texte korrigiert hat, bevor sie rausgingen.

Die Kinder wuchsen und die Aufträge auch

Als die Aufträge für Marte Meo-Schulungen in den verschiedenen Institutionen (Kinder-, Alters- und Behindertenheime) tagsüber immer mehr wurden, hat sie die Elternkurse am Abend reduziert. So konnte sie dem Alter der Kinder entsprechend am Abend für sie da sein.

Claudia Berther

Marketing wurde wichtiger

Claudia Berther hatte schon seit Beginn ihrer Selbständigkeit eine einfache Webseite. Als sie nun merkte, dass ihr die Arbeit in den Institutionen grossen Spass machte und sie mehr solche Aufträge wollte, hat sie sich dazu entschlossen, ihre Webseite neu zu gestalten und zu erweitern. Zudem entwarf sie neue Flyer mit eigenen Bildern. Sie versuchte, Institutionen anzurufen, um zu neuen Aufträgen zu kommen, so genannte Kaltakquise, merkte jedoch schnell, dass sie nicht der Typ dazu war.

Vielmehr versuchte sie, durch ihre Arbeit vor Ort in den Institutionen zu überzeugen und so zu Weiterempfehlungen zu kommen. Diese Strategie verfolgt sie noch heute und diese bewährt sich. Viele Kursteilnehmende unterstützen Claudia dabei, indem sie in kurzen Videos erzählen, was ihnen die Marte Meo Methode für ihren Berufsalltag bringt.

Für Claudia, die eine Person ist, die sich nicht gerne in den Vordergrund drängt und dauernd medial präsent sein möchte, ist diese Weiterempfehlungsstrategie genau das Richtige. Und das weiss ich aus eigener Erfahrung aus der Zusammenarbeit mit ihr. Sie ist kompetent, bodenständig, aufgeschlossen, sympathisch und kommt deswegen bei ihren Kundinnen und Kunden so gut an.

Geleitet durch Interesse und Begeisterung

Im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmensgründer*innen war es nicht Claudia’s Ziel, selbständig zu werden. Sie sagt von sich, dass sie durch das grosse Interesse und die Begeisterung an den Themen geleitet wurde und dann alles auf sie zugekommen sei. So war es auch nie ihr Ziel Buchautorin zu werden.

Nichtsdestotrotz ist nun bereits die zweite, erweiterte Auflage des Marte Meo-Buchs für den Pflege- und Betreuungsbereich auf dem Markt. Der Verleger des renommierten Hogrefe Verlages bekundete sein Interesse an einem Buch nach einem Marte Meo-Vortrag in einer Schule für Pflegeberufe in Ravensburg.

So kam es, dass Claudia zusammen mit einer Marte Meo-Kollegin die Herausforderung annahm und ein Fachbuch über die Marte Meo-Methode schrieb.

Die nächsten Kurse

Auf der Webseite von Claudia Berther finden Sie unter folgendem Link die Daten für die nächsten Kurse.

Wenn Sie mehr über die Marte Meo-Methode erfahren möchten, empfehle ich Ihnen die Buchvernissage vom Freitag, 13. März 2020 in Wallbach oder das Einführungsseminar bei Claudia Berther zu besuchen:

Melden Sie sich jetzt gleich an!

Kampf gegen Vorurteile

Einen kleinen Exkurs möchte ich an dieser Stelle noch machen, weil mich dieses Thema während des Interviews mit Claudia fasziniert hat. Claudia’s Mann ist wie erwähnt Arzt und viele Leute gaben Claudia zu Beginn ihrer Selbständigkeit das Gefühl, dass sie die Arbeit als „Frau Doktor“ doch gar nicht nötig habe.

„Für das Selbstwertgefühl und das Gefühl der Unabhängigkeit war und ist die Selbständigkeit für mich jedoch Gold wert. Ich gehe jeden Tag gerne arbeiten und bin stolz darauf, nicht von jemandem abhängig zu sein.“

Deshalb, liebe Frauen, bekämpft diese Vorurteile gegen unsere Leistungen und bestärkt einander. Es ist doch wunderbar, wenn jemand den Mut hat, seinen Interessen zu folgen und sich selbständig zu machen. Wir sollten diese Leistungen anerkennen, würdigen und uns gegenseitig Schub verleihen!

Claudia Berther

Woher kenne ich Claudia Berther?

Claudia Berther wohnt im selben Dorf wie ich und hat mich vor ein ein paar Jahren angefragt, ob ich ihr in Sachen (Online) Marketing weiterhelfen könne.

Wir gingen zahlreiche Projekte zusammen an (Webseite, Social Media, Newsletter etc.) und ich durfte Claudia schrittweise bei der Umsetzung begleiten. Dabei schätze ich die Fachkompetenz und das ruhige Auftreten meiner Kundin sehr und weiss, weshalb sie bei ihren Kursteilnehmern und Kursteilnehmerinnen so gut ankommt.

Ich bin überzeugt davon, dass sie sich und ihre Person künftig noch etwas mehr in den Vordergrund rücken darf, damit auch potentielle Kursteilnehmende auf das tolle Angebot von Claudia Berther aufmerksam werden.

Claudia, ich wünsche dir von Herzen viel Erfolg und weiterhin grossen Spass an deiner Arbeit – du machst das super!

Warum diese Blogreihe?

Am Frauenstreiktag vom 14. Juni 2019 nahm ich nicht aktiv teil. Ich bin seit mehr als drei Jahren Unternehmerin und durfte mich auch an diesem Tag um meine Kundinnen und Kunden kümmern. Der Grundgedanke und die Ambition etwas zu verändern und für die Gleichstellung von Frauen und Männern einzustehen, waren jedoch schon seit jeher Basiselemente meiner Überzeugung.

Ich kenne so viele erfolgreiche Frauen, die selbständig ein Unternehmen leiten oder wichtige Kaderfunktionen in Firmen innehaben. Doch nicht viele sprechen aktiv über ihre Leistungen – „weil man das eben nicht tut“ oder aus mangelndem Selbstwertgefühl. Deshalb entschied ich mich, diesen Frauen in meiner Blogreihe „Starke Frauen“ eine Stimme zu geben.

Regelmässig porträtiere ich ab sofort eine dieser starken Frauen aus meinem Netzwerk und möchte unseren Leserinnen und Lesern zeigen, welche tollen Projekte dieses herausragenden Frauen auf die Beine stellen.

Herzliche Grüsse
Andrea Anliker

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